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Gegen das Vergessen

Zum Gedenken an die Opfer und zur Mahnung an die Gegenwart

Bisher habe ich 3 mal in den Jahren 1997, 1998 und 2000 das Konzentrationslager Auschwitz besucht.

Was viele nicht wissen, es gab drei Lager in Auschwitz:

Auschwitz I das Stammlager, Auschwitz Monowitz als Arbeitslager für die Zwangsarbeiter vor Ort und Auschwitz Birkenau das Massenvernichtungslager.
Während das Stammlager vor allem als Straflager für politische Häftlinge und Gegener des Systems diente, war das Lager Birkenau als sogenannte Tötungsfabrik für die massenhafte Vernichtung vor allem von Juden, Roma und Sinties bestimmt. In Auschwitz Monowitz waren Zwangsarbeiter in Betrieben u. a. der IG-Farben und der Buna-Werke, getreu der Nazidevise “Tod durch Arbeit und Unterernährung” gefangen gehalten.

Etwa 400.000 Menschen wurden in Auschwitz bei der Einlieferung tätowiert fotografiert und registriert (dies geschah nur in Auschwitz), daher kann über deren Schicksal manchmal eine verläßliche Aussage getroffen werden. Als im Jahr 1942 die Massenvernichtungen in Birkenau begannen war dafür keine Zeit mehr, bzw. war eine genaue Registrierung gar nicht mehr erwünscht, da dies ja auch Beweise für die Existenz der Opfer geschaffen hätte.

Nach der Selektion auf der Eisenbahnrampe in Birkenau wurden ca. 75% aller Häftlinge unmittelbar danach ins Gas geschickt. Das waren vor allem alte Menschen und Kinder unter 14 Jahren, sowie Schwangere und Frauen mit Kleinkindern. Gesunde und starke Männer und Frauen, sowie arbeitsfähig aussehende Jugendliche hatten eine gewisse Chance die Selektion zu überleben. Die mittlere Überlebenszeit betrug in Auschwitz jedoch nur ca. 3-4 Monate, verursacht durch die katastrophal schlechte Ernährung bei Schwerstarbeit, durch Typhus und Fleckfieber, sowie durch die andauernde Bedrohung und Drangsalierung durch die unmenschlichen SS-Schergen.

Von den ermordeten Menschen wurden nach der Selektion durch Lagerärzte alle persönlichen Spuren, wie Ausweise, Bilder und Dokumente vernichtet. Daher ist eine genaue Nennung der Anzahl der Opfer nur schwer möglich. Der ehemalige Komandant von Auschwitz R. Höß gab bei seiner Gefangennahme ca. 2,5 Millionen Opfer zu Protokoll, was aber anhand der selbst in Auschwitz nicht unendlichen Kapazität der Tötungsmaschinerie als nicht realistisch angesehen werden muß. Verschiedene Autoren und Gutachter bewegen sich bei der Nennung der Gesamtopferanzahl des Holocaustes zwischen 5.000.000 und 6.000.000 Menschen was angesichts der von den Nationalsozialisten gemachten Bilanzierungen der Juden in Europa und der Überlebenden nach dem 2. Weltkrieg als realistisch angesehen werden muß. Zieht man die Opferzahlen aus den anderen Vernichtungslagern wie Treblinka, Chelmno, Sobibor und anderen von dieser Schätzung ab, so ist eine Zahl von 1,5 Millionen Opfern in Auschwitz als wahrscheinlich anzusehen und deckt sich auch in etwa mit der Kapazität der Vernichtungsanlagen vor Ort.

Gesamte Prozeß der Vernichtung in Birkenau dauerte nach Angeben von Tätern und Überlebenden des Sonderkomandos(1), von der Selektion auf der Rampe bis hin zur Einäscherung ca. 3 Stunden, so daß bei einer vollen Auslastung der
Krematoriumsöfen ca. 4.700 Menschen täglich ermordet werden konnten.

Die Geschichte von Auschwitz ist zu umfangreich und komplex als das sie hier auf diesen Seiten auch nur annähernd erschöpfend berichtet werden könnte. Diese Seiten sind als Versuch gedacht, Informationen aus dem Blickwinkel eines Deutschen Besuchers der Stätten des Verbrechens und Grauens wieder zu geben.
Gerade als Deutscher der Nachkriegsgeneration fühle ich mich verpflichtet die Erinnerung wachzuhalten und gegen das Vergessen anzukämpfen, zu informieren und das Gedenken an die Opfer in die Gegenwart zu transportieren.

Auf den folgenden Seiten finden sich eine Auswahl von Bildern meiner Besuche in Auschwitz.

(1) Die Angehörigen der Sonderkommandos mußten die zur Vernichtung bestimmten Opfer in die Umkleiden und Gaskammern führen und diese auch von den Ermordeten leeren, sowie die Krematorien beschicken. Die Mitglieder des Sonderkomandos wurden in regelmäßigen Abständen selber vergast, jedoch gelang es einigen wenigen dieser Menschen diesen Horror zu überleben und von den Verbrechen zu berichten. Auch fand man auf dem Gelände von Auschwitz Birkenau insgesamt 5 vergrabene Kassiber mit geheimen Botschaften einiger dieser Menschen aus den Sonderkommandos die, angesichts ihres eigenen Todes, alles für die Nachwelt aufgeschrieben und dokumentiert hatten.

 

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